ziel und Charakter bestimmen die Trainingsmethode

Je nach Trainingsziel und Charakter des Hundes unterscheiden wir und agieren entweder über
das Nachahmungslernen, das Unterrichten oder das Anleiten.

Im Hundetraining werden noch immer und trozt vieler richtungsweisender Forschungsergebnisse die Charaktere der Hunde wenig berücksichtigt. Jeder Charaktertyp benötigit eine auf ihn abgestimmte Lernform. Auch da unterscheiden wir Menschen uns wenig vom Hund.

DAS NACHAHMUNGSLERNEN

Beim Nachahmungslernen darf der Hund bei dem Menschen oder einem anderen Hund vorab zusehen, wie das Spielzeug „bedient“ wird, um es dann eigenständig zu lösen. Von der Methodik des Nachahmens profitieren ganz besonders die schüchternen, unselbstständigen Wartenden und Skeptiker. Sie gewinnen offensichtlich an Sicherheit, wenn sie sich vorab ein Bild der Situation und den Folgen der Handlung machen konnten. Aber auch bei den anderen Typ Hunden ist es durchaus sinnvoll, diese Vorgehensweise zu versuchen, bevor Sie ihm aktive Hilfestellung geben.

Es ist eine der natürlichsten Formen des Lernens. Schließlich schauen sie sich schon als Welpe viel von ihrer Mutter und den Geschwistern ab.

DAS „OPPERTUNITY TEACHING“

Beim sogenannten „Opportunity Teaching“ gibt der Mensch dem Hund lediglich die Gelegenheit, an dem Mentalspiel zu arbeiten. Der Hund kann hierbei seine Fertigkeiten eigenständig perfektionieren. Eine Vorgehensweise, bei der der Skeptiker und der Wartende voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Diese Hunde kann man einfach mal „machen lassen“. Auch der Clown profitiert von dieser Art der Vorgehensweise, allerdings nur, wenn er einen schnellen Erfolg für sich verbuchen kann. Gegebenenfalls sollte der Mensch ein wenig „mitspielen“, sich ebenfalls mit dem Gerät beschäftigen, ohne aber gezielt einzugreifen. Hunde, die in unbekannten Situationen oder fremden Aufgabenstellungen schnell in Stress geraten, profitieren von dieser Art der Unterstützung des Menschen. Selbst wenn dieser nicht aktiv an der Problemlösung beteiligt ist. Allein das Gefühl, Unterstützung zu erfahren falls notwendig, kann die Hunde stabilisieren. Beobachten Sie Ihren Hund gut. Helfen Sie ein wenig, ohne aber die Lösung schon vorweg zu nehmen. Der Weg ist das Ziel!

DAS COACHING

Durch das Coaching werden die Hunde aktiv angeleitet und ermutigt, bestimmte Tätigkeiten auszuführen. Es werden gezielt Hinweise gegeben, die zur Lösung beitragen. Der Hund bekommt z.B. das Signal „Pfötchen“, sofern er es kennt, um seine Pfote zur Lösungsfindung zu nutzen. Gegebenenfalls werden die Hunde auch bei falschen Wegen der Problemlösung blockiert. Mit der Hand oder dem Arm wird der Hund in seinem Handeln eingeschränkt, ohne ihn aber zu schubsen. Bei extremen Hitzköpfen, die schon fast das Wesen eines Cholerikers innehaben, ist das der erste Schritt, sie an Denkspiele heranzuführen. Ansonsten wird diese Lernform eher selten genutzt.

Unsere Aussiehündin ist so ein Typ Hund. Sie war ganz außer sich, sprang mit Wucht einfach nur auf dem Denkspiel herum und zeigte enorme Anzeichen von Stress. Sie schien nicht mehr ganz bei Sinnen zu sein und wir hatten ernsthafte Sorge, dass sie sich verletzen würde. Ihr haben wir ganz gezielt und mit eindeutiger Körperhaltung (vorgebeugter Oberkörper, Blockade durch den Arm) unsererseits gezeigt, dass sie mit einem solchen Verhalten nicht weiterkommt. Sie musste über Signale zum richtigen Verhalten motiviert werden. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol blockiert nämlich den Zugriff auf Erlerntes. Somit hätte sie es eigenständig wohl nicht erlernen können.

Dieses sogenannte Coaching empfiehlt sich bei Skeptikern nicht. Würden wir einen solchen Hund in seiner Handlung unterbrechen, würde er sich zurückziehen.

Hunde brauchen Langeweile

Die verschiedenen Hundetypen

Was Denkspiele
verändern können

Mit der richtigen, für Ihren Hund passenden Methode, lassen sich gezielt die Eigenschaften des Charakters und Verhaltensmuster des Hundes beeinflussen.

Zurückhaltende Hunde bekommen durch mentales Training die Chance, ihr Selbstbewusstsein aufzubauen. Es ist möglich, die Objektscheue des Hundes zu minimieren und seine Neugierde zu erhöhen. Hunden des Typus „wagemutig“ kann man über Denkspiele ganz gezielt die Grenzen ihrer Fertigkeiten aufzeigen. Sie lernen, dass auch der Mensch eine wichtige Funktion erfüllt und durchaus eine hilfreiche Komponente im Leben sein kann. Außerdem kann man ihnen dadurch beibringen, dass ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten schneller zum Erfolg führt, als wildes und hektisches Agieren.

Wie Wahl des
Leckerchens

Die Auswahl der Leckerchens sollte bewusst und gut vorbereitet sein.

Gerade zu Beginn eines neuen Lernbereiches spielt es eine große Rolle, seinen Hund in eine positive Motivation zu bringen. Ein wenig Fleischwurst, Käse oder gekochte Hühnerherzen erhöhen meist die Motivation des Hundes, besonders bei den Skeptikern.

Positive Bedingungen
schaffen

Die Auswahl der Leckerchens sollte bewusst und gut vorbereitet sein.

Vor dem mentalen Training sollte der Hund körperlich ein wenig ausgelastet sein. Diese körperliche Auslastung setzt Botenstoffe frei, die das Lernen erleichtern. Nach dem mentalen Training sollte der Hund eine Ruhephase bekommen, um eben Erlerntes verinnerlichen zu können. Die Gassirunde sollte jedoch auch nicht zu lang sein. 20 Minuten für einen ausgewachsenen Hund ist eine angemessene Dauer.

Wichtig ist es, ein möglichst reizarmes Umfeld zu schaffen. Stellen Sie das Telefon ab und trainieren Sie nur, wenn Sie auch die Ruhe dafür haben. Sind sie Mehrhundbesitzer, arbeiten Sie zu

Die Kommunikation

Während des mentalen Trainings ist es wichtig, keine hektischen Bewegungen zu machen. Geben Sie keine Kommandos, sondern lassen Sie Ihren Hund einfach gewähren.

Nutzen Sie Ihren Körper geschickt als Barriere, so dass Sie die Station mit Futter befüllen können, ohne dem Hund ein Sitz- ober Bleibsignal zu geben. Sie dürfen ihn aber gerne durch Ansprache aufmerksam machen, ihn mit einem Signalwort bestätigen, wenn er auf dem richtigen Weg ist oder Erfolg hat. Diese Art der Kommunikation ist eine Möglichkeit, den Hund auf dem Weg zu seiner Beute positiv zu unterstützen. Gerade bei jungen Hunden achten Sie darauf, Freude zu vermitteln. Lernen soll schließlich Spaß machen.

Der Körperkontakt

Wenn der Hund an seinem Mentalgerät arbeitet, sollte man Streicheln des Hundes, wenn auch gut gemeint, unterlassen.

Er wird in seiner Arbeit unterbrochen, kann sich erschrecken und findet unter Umständen nur schwer wieder in eine konzentrierte Arbeitshaltung zurück. Skeptische Hunde werden unter Umständen die Nähe zum Menschen suchen. Durch die Kontaktaufnahme wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, das als soziale Unterstützung wirkt und das Lernen erleichtert.