INDIVIDUALITÄT wird bei MENTRA groß geschrieben

Wussten Sie, dass Hunde unterschiedliche Herangehensweisen für den Umgang mit Denkspielen benötigen? Welche für Ihren Hund angemessen ist, liegt am Charakter Ihres Hundes. Finden Sie es heraus.

Den Charakter des Hundes einzuschätzen ist schwer. Schließlich reagiert ein Hund auch durch Erziehung oder andere Einflüsse anders, als dem Charakter entsprechend. Für die Vorgehensweise mit unserem mentalen Training orientieren wir uns an dem übergeordneten A- und B-Typ Modell. Mithilfe dieses Modells lässt sich nicht die genaue Persönlichkeit des Hundes erkennen, aber es ist richtungsweisend für den Umgang mit unbekannten Situationen sowie für die Stress- und Belastungsreaktionen.

Die verschiedenen Hundetypen

Der A-Typ

Dieser Typus wird eher als wagemutig bezeichnet und wird von anderen Hormonen gesteuert, als der B-Typ. Deshalb reagiert er unter Lern- und Stressbedingungen oft erregt und muss ganz speziell an Denkspiele herangeführt werden.

Der B-Typ

Hunde der Kategorie Typ-B zeigen sich eher scheu. Er zeigt weniger Aktivität und wirkt dadurch weniger schlau. Ein Trugschluss. Er trägt lediglich seine Gefühle nicht so nach außen. Er benötigt eine spezielle Herangehensweise um optimal gefördert zu werden.

und ihre Facetten

Für den Umgang mit Denkaufgaben ist es wichtig, die A- und B-Typen noch differenzierter zu unterscheiden.

Die folgende Einteilung der Charaktere basiert aus meiner praktischen Erfahrung zahlreicher
Mensch-Hund-Teams im Umgang mit Denkspielen.

DER CLOWN

reagiert in unbekannten Situationen gehemmter. Er würde sich einer neuen Situation stellen, ist aber bemüht, die Beteiligten aus der Reserve zu locken, um die Situation besser einschätzen zu können. Er bellt, winselt oder drängelt. Erhält er keinerlei Reaktion, tut er so, als hätte er gerade etwas Besseres vor und schnüffelt auf dem Boden, schmeißt sich auf den Rücken oder springt seinen Menschen an. Sein Motto: „Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“. Er gehört zu den Typ A Hunden.

DER WARTENDE

bleibt in unbekannten Situationen sitzen oder zieht sich etwas zurück, ohne aber die Situation aus den Augen zu verlieren. Er wartet auf weitere Aktionen, um sein Verhalten anzupassen. Einfach darauf zulaufen würde er jedoch nicht. Er ist ein typischer Mitläufer und wirkt, auf sich alleine gestellt, eher unentschlossen. Sein Lebensmotto: „Immer mit der Ruhe“. Er gehört zu den Typ B Hunden.

DER HITZKOPF

würde sich, ohne nachzudenken, in unbekannte Situationen stürzen. Gerät das Mensch-Hund-Team in eine unbekannte Situation, müsste der Mensch bei diesem Typ Hund vermutlich schnell die Leine greifen, um unerwünschte Verhaltensweisen zu verhindern. Der Hund zeigt sich in einigen Situationen (Hundebegegnungen o.ä.) sehr erregt, zieht und zerrt, springt hin und her und lässt sich dann nur schwer einschränken. Ganz nach dem Motto: „mit dem Kopf durch die Wand“. Er gehört zu den Typ A Hunden.

DER SKEPTIKER

zieht sich in unbekannten Situationen gerne zurück. Er beobachtet neue Begebenheiten eher aus der Entfernung, bis er sich sicher genug fühlt aktiv zu werden. Er würde am liebsten „den Kopf in den Sand“ stecken, sich in Luft auflösen. Was nicht bedeutet, dass er sich auch im heimischen Umfeld so zeigt. Er ist sehr skeptisch gegenüber neuen Situationen und so könnte man einen solchen B-Typ Hund auch bezeichnen, der Skeptiker.

Das Becherspiel als
Vorbereitung für den
Charaktertest

Auch das sogenannte Becherspiel kann Aufschluss über den Charakter des Hundes geben. Ziel dieses Spiels ist es, dass der Hund das Leckerchen, das sich unter dem umgedrehten Becher befindet, ergattert.

Viele Hunde sind auch ohne Hilfe in der Lage, an das Futter zu gelangen. Ein Hund jedoch, der noch nicht gelernt hat zu lernen, bzw. keine Bereitschaft zur Handlung zeigt, sei es aus erlernter Hilflosigkeit, weil er eine Objektscheue hat oder aber bislang die Lösung stets vom Menschen präsentiert bekam, tut sich eventuell schwer damit. Es gibt auch Hunde, die zwar eine enorme Handlungsbereitschaft zeigen, allerdings das Ziel des Spiels nicht verstanden haben. Gerade apportierfreudige, aber auch überdrehte Hunde nehmen an, dass das Becherspiel gelöst ist, wenn sie den Becher im Fang halten, bzw. wild durch die Wohnung „pfeffern“. Die Motivation des Hundes muss hier vorab, weg vom Becher, auf das Leckerchen gelegt werden.

Wenn Sie wissen wer
ihr Hund ist können Sie
gezielt Trainieren.

Ein einfacher Charaktertest hilft Ihnen nun, Ihren Hund in Bezug auf neue Aufgabenstellungen besser einschätzen zu können. Nachdem der Hund das Becherspiel kennengelernt hat und freudig mitarbeitet, machen Sie nun Folgendes:

Halten Sie Ihrem Hund ein ganz besonderes Leckerchen, vielleicht ein Stück Fleischwurst oder Käse, vor die Nase. Noch bevor er es sich schnappen kann, legen Sie es vor den Augen Ihres Hundes unter den bereits bekannten Becher. Nun halten Sie den Becher gut fest, so dass es dem Hund nicht möglich ist, an die Köstlichkeit zu kommen.

so reagiert ihr Hund

Der Clown

Der Clown oder auch Drängler wird ebenfalls direkt auf den Becher zugehen, allerdings mit etwas mehr Zurückhaltung. Er wird vermutlich erst an dem Becher herumprobieren und schlawenzelt um ihn herum. Vielleicht bedrängt er Sie jetzt und fordert Sie auf, etwas zu tun. Eventuell benimmt er sich kurzzeitig wie ein Clown. Würden Sie ihn nun nicht stimmlich motivieren, würde er relativ schnell aufgeben, um sich, je nach Ablenkungsreizen, etwas anderem zu widmen.

Dieser Hundetyp benötigt im Umgang mit Denkspielen stimmliche Motivation und schnelle Erfolge an denen er wachsen kann.

Der Hitzkopf

Der Hitzkopf wird sich mit Wucht auf den Becher schmeißen, daran kratzen, scharren und dabei heftig aufdrehen. Vielleicht untermauert er seine Erregung noch durch lautes Bellen. Natürlich verändert Erziehung sein Verhalten und er hat vielleicht schon gelernt, sich zurückzunehmen. Dennoch zeigt er Anzeichen von hoher Erregung.

Für die erfolgreiche Arbeit mit den mentalen Denkspielen ist es wichtig, dass der „Hitzkopf“ einen schnellen Erfolg für sich verbuchen kann. Diese Hunde zeigen keine allzu hohe Ausdauer im Verfolgen ihrer Ziele. Dafür ist bei diesen Hunden aber die Bereitschaft zur Mitarbeit tendenziell eher hoch.

Der Wartende

Der Wartende schaut sich erst einmal die Situation an. Versteht nicht, warum Sie ihm nun die Nahrungsaufnahme verwehren. Er beobachtet Ihren Blick, um daraus Informationen zu ziehen und wartet erst einmal ab. Vermutlich wird er noch versuchen, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen, um Sie zur Freigabe zu bewegen. Dabei ist er sehr ausdauernd.

Der Wartende benötigt ebenfalls etwas Motivation über die Stimme oder durch Mitarbeit Ihrerseits. Unterstützung im Umgang mit Denkspielen braucht er ansonsten nicht, da er sehr ausdauernd im Verfolgen von Zielen ist.

Der Skeptiker

Der Skeptiker versteht die Welt nicht mehr. Denkt sich vielleicht noch: „Wusste ich doch, das Becherspiel ist doof“. Er wird nervös, nimmt eine geduckte Körperhaltung ein und zieht sich schlussendlich zurück.

Die Skeptiker müssen langsamer herangeführt werden. Sie sollten vorab mit den Objekten vertraut gemacht und es muss für eine ausgeglichene Stimmung gesorgt werden. Hektische Bewegungen oder plötzlich auftretende laute Geräusche könnten diese Hundetypen in ihrer Sorge bestärken und sie werden dieses Denkspiel in Zukunft meiden.